Google Merchant Center: Sperrung wegen Falschdarstellung – Lösung für Shopify-Shops

Bei einer Sperrung wegen Falschdarstellung (Misrepresentation) nennt Google selten den konkreten Grund. Was Sie im Shopify-Shop und im Merchant Center prüfen sollten und wie die Überprüfung abläuft.

Uğur KeskinGründer @Shopiuzman6 Min. Lesezeit
Google Merchant Center: Sperrung wegen Falschdarstellung – Lösung für Shopify-Shops

Sie haben Ihren Shopify-Shop mit dem Merchant Center verbunden, um mit Google Shopping zu starten, die Produkte wurden übertragen, und wenige Tage später ist das Konto wegen Falschdarstellung (Misrepresentation) gesperrt. Was zu tun ist, steht nicht in der Benachrichtigung. Das ist eines der häufigsten Probleme neuer Shopify-Shops, besonders bei Dropshipping und Print-on-Demand.

Weil Google keine konkrete Seite und kein konkretes Produkt nennt, hilft nur eine systematische Prüfung der Bereiche, die Google bewertet. In diesem Ratgeber finden Sie die Checkliste und den Ablauf der Überprüfung.

Was die Richtlinie abdeckt

Die Richtlinie im Merchant Center soll dafür sorgen, dass Angebote klar und ehrlich sind und Nutzer fundiert entscheiden können. Kurz gefasst ist Folgendes nicht erlaubt:

  • Unzulässige Geschäftspraktiken: Informationen zum Unternehmen, zu Produkten oder Leistungen verschleiern oder falsch darstellen, sich als andere Marke ausgeben oder eine nicht bestehende Partnerschaft oder Empfehlung andeuten.
  • Unehrliche Preis- und Transaktionsbedingungen: Gesamtpreis, Versand- oder Rücksendekosten, Lieferzeiten oder Einschränkungen bei Erstattungen verschweigen.
  • Nicht verfügbare Angebote: Produkte oder Aktionen bewerben, die Sie nicht liefern können, etwa indem Sie den Versandort falsch angeben, um Lagerware im Inland oder schnelle Lieferung vorzutäuschen.
  • Unzuverlässige Behauptungen: unrealistische Ergebnisversprechen und nicht belegte Gesundheitsaussagen.

Google kann Ihre Website, Ihre Konten und Quellen Dritter heranziehen. Ein sauberer Produktfeed hebt die Sperrung nicht auf, wenn die Website selbst diese Prüfung nicht besteht.

9 Punkte, die Sie im Shopify-Shop prüfen sollten

  1. Echte Unternehmensangaben: Firmenname, echte Anschrift und ein funktionierender Kontaktweg (E-Mail, Telefon oder Formular) im Shop, identisch mit den Unternehmensangaben im Merchant Center. In Shopify hinterlegen Sie diese unter Einstellungen > Richtlinien im Feld für die Kontaktinformationen. In Deutschland gehört dazu ohnehin ein vollständiges Impressum.
  2. Rückgaberichtlinie: Frist, Kosten der Rücksendung und wie eine Rückgabe gestartet wird, klar formuliert. Eine mögliche Struktur finden Sie in unserem Beitrag zur Rückgaberichtlinie im E-Commerce.
  3. Versandrichtlinie: Bearbeitungszeit, Lieferzeit und Versandkosten. Versenden Sie aus dem Ausland, sagen Sie das offen; eine falsche Angabe zum Versandort nennt Google ausdrücklich als Verstoß.
  4. Datenschutzerklärung und AGB: keine Platzhalter aus Vorlagen, kein fremder Shopname, kein falsches Land.
  5. Einheitliche Preise: Produktseite, Warenkorb, Checkout und Feed zeigen denselben Preis, ohne überraschende Zusatzkosten im Checkout.
  6. Lagerbestand: Ausverkaufte Produkte dürfen im Feed nicht als verfügbar erscheinen. Ist die Bestandsverfolgung in Shopify ausgeschaltet, wird unter Umständen jedes Produkt als lieferbar übermittelt.
  7. Produktdaten: eigene Titel und Beschreibungen, echte Produktbilder und, wo vorhanden, GTINs. Vom Lieferanten kopierte Texte und Bilder mindern das Vertrauen.
  8. Übertriebene Aussagen und falsche Vertrauenssignale: dauerhafte Countdown-Timer, erfundene Bewertungen, Siegel oder Zahlungslogos, die Sie gar nicht haben.
  9. Funktionierender Checkout: kein Passwortschutz im Shop, ein aktiver Zahlungsanbieter und eine Testbestellung, die sich abschließen lässt.

Auch im Merchant Center prüfen

  • Ihre Domain muss bestätigt und beansprucht sein. Haben Sie über die Shopify-App Google & YouTube verbunden, geschieht das meist über die App.
  • Adresse, Telefonnummer und Link zum Kundenservice müssen exakt mit der Website übereinstimmen.
  • Richten Sie Versand und Rückgabe auch im Merchant Center ein, ohne Widersprüche zu den Richtlinien im Shop.
  • Beheben Sie weitere Hinweise unter Produkte > Handlungsbedarf. Sie verursachen die Sperrung nicht unbedingt selbst, erschweren aber die Überprüfung.

So beantragen Sie eine Überprüfung

Laut der Google-Hilfe besteht der Ablauf aus drei Schritten:

  1. Ursache beheben: Website aktualisieren, betroffene Produkte aus der Datenquelle entfernen und die Produktdaten im Merchant Center aktualisieren.
  2. Weg der Überprüfung wählen: Bearbeitete Produkte werden automatisch erneut geprüft. Halten Sie den Verstoß für falsch, legen Sie einen Standardeinspruch ein; eventuell werden eine Begründung oder Nachweise verlangt.
  3. Antrag stellen: direkt beim jeweiligen Problem im Merchant Center.

Kontoüberprüfungen dauern laut Google in der Regel etwa 7 Werktage, manchmal länger. Schwerwiegende Verstöße, etwa täuschende Praktiken, führen ohne Vorwarnung zur Sperrung, und eine Wiederfreischaltung gibt es nur in begründeten Ausnahmefällen. Stellen Sie den Antrag deshalb erst, wenn die gesamte Checkliste abgearbeitet ist. Ein gescheiterter Sammeleinspruch kann zudem spätere Einsprüche einschränken.

Was Sie vermeiden sollten

  • Ein neues Konto eröffnen: Liegt das Problem auf der Website, wird auch das neue Konto gesperrt, und mehrere Konten können zu dauerhaften Einschränkungen führen.
  • Nur den Feed ändern: Google sieht sich die Live-Website an. Fehlen Richtlinienseiten und Kontaktangaben, reicht eine Korrektur des Feeds nicht.
  • Für „garantierte Freischaltung“ bezahlen: Die Entscheidung von Google kann niemand garantieren. Der richtige Weg ist, die Lücken zu schließen und die Änderungen zu dokumentieren.

Fazit

Eine Sperrung wegen Falschdarstellung entsteht selten durch einen einzigen großen Fehler, sondern meist durch mehrere kleine Lücken, die Vertrauen kosten: fehlende Kontaktdaten, unklare Rückgabebedingungen, abweichende Preise oder Lieferzeiten, die nicht stimmen. Schließen Sie diese Lücken, sodass Ihr Shop wie ein echtes Unternehmen auftritt, dann steigen Ihre Chancen bei der Überprüfung deutlich.

Möchten Sie Feed, Richtlinienseiten und die Anbindung an das Merchant Center gemeinsam angehen, sehen Sie sich unsere Google-Merchant-Center-Integration für Shopify an. Für die Betreuung der Kampagnen gibt es unsere Google-Ads-Betreuung.

Quellen

Häufige Fragen

Was bedeutet eine Sperrung wegen Falschdarstellung?

Google sperrt Konten, wenn es nicht überprüfen kann, wer Sie sind, was Sie verkaufen oder was nach dem Kauf passiert (Preis, Versand, Rückgabe), oder wenn diese Angaben fehlen oder irreführend sind. Bestimmte Verstöße stuft Google als schwerwiegend ein und sperrt dann ohne vorherige Warnung.

Sagt mir Google, was genau falsch ist?

In der Regel nicht. Die Benachrichtigung nennt die Richtlinie, aber nicht die betroffene Seite oder das Produkt. Deshalb müssen Website, Produktdaten und Merchant-Center-Einstellungen gemeinsam geprüft werden.

Wie lange dauert eine Überprüfung?

Laut der Google-Hilfe dauern Kontoüberprüfungen in der Regel etwa 7 Werktage, manchmal länger.

Kann ich einfach ein neues Merchant-Center-Konto eröffnen?

Davon ist abzuraten. Liegt das Problem auf der Website oder in den Produktdaten, wird auch das neue Konto aus demselben Grund gesperrt, und mehrere Konten können zu dauerhaften Einschränkungen führen. Beheben Sie die Ursachen und beantragen Sie die Überprüfung für das bestehende Konto.

Uğur Keskin

Autor

Uğur KeskinGründer @Shopiuzman

Gründer von Shopiuzman. Er baut, migriert und entwickelt Shopify-Shops für Marken in der Türkei, in Europa und in den USA weiter und leitet die Entwicklung unserer Apps im Shopify App Store.

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