Shopify-Shop rechtssicher einrichten: Checkliste für Deutschland

Impressum, Rechtstexte, Bestellbutton, Widerrufsbutton, Preisangaben und Cookie-Einwilligung: Was ein Shopify-Shop in Deutschland braucht und wo Sie es im Shopify-Adminbereich einstellen.

Uğur KeskinGründer @Shopiuzman8 Min. Lesezeit
Shopify-Shop rechtssicher einrichten: Checkliste für Deutschland

Wer in Deutschland online verkauft, muss mehr Pflichtangaben erfüllen als in vielen anderen Ländern, und fehlerhafte Angaben werden aktiv abgemahnt. Shopify liefert die technischen Werkzeuge, die Inhalte und Einstellungen müssen Sie aber selbst passend für den deutschen Markt einrichten. Diese Checkliste zeigt, worauf es ankommt und wo Sie es im Shopify-Adminbereich finden.

Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt die Umsetzung in Shopify und ist keine Rechtsberatung. Lassen Sie Ihre Rechtstexte von einer Kanzlei oder einem spezialisierten Rechtstext-Anbieter erstellen und prüfen.

1. Impressum nach § 5 DDG

Seit dem 14. Mai 2024 steht die Impressumspflicht in § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG); das Telemediengesetz gibt es nicht mehr. Inhaltlich hat sich wenig geändert, aber Formulierungen wie „Angaben gemäß § 5 TMG“ sind veraltet.

  • Inhalt: unter anderem Name bzw. Firma und ladungsfähige Anschrift, Vertretungsberechtigte bei Gesellschaften, schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit, Registereintrag und, falls vorhanden, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Die Liste der Pflichtangaben finden Sie in den Merkblättern der IHKs.
  • In Shopify: Tragen Sie das Impressum unter Einstellungen > Richtlinien im Feld für die Kontaktinformationen ein. Shopify verlinkt gespeicherte Richtlinien automatisch im Footer des Checkouts.
  • Im Onlineshop: Verlinken Sie das Impressum zusätzlich im Footer-Menü, damit es von jeder Seite aus leicht erreichbar ist.

2. Rechtstexte: AGB, Datenschutz, Widerrufsbelehrung, Versand

Shopify bietet unter Einstellungen > Richtlinien Felder für AGB, Datenschutzerklärung, Rückerstattung bzw. Widerruf und Versand. Die Vorlagen von Shopify sind ein Ausgangspunkt, für Deutschland aber in der Regel nicht ausreichend. Üblich sind Rechtstexte von einem Anbieter, der sie bei Gesetzesänderungen aktualisiert, etwa Händlerbund, IT-Recht Kanzlei, eRecht24 oder Protected Shops. Mehrere davon bieten eine direkte Shopify-Anbindung.

Achten Sie darauf, dass die Texte zu Ihrem Shop passen: richtige Zahlungsarten, tatsächliche Lieferzeiten, Ihre Regelung zu den Rücksendekosten. Wie eine verständliche Rückgaberegelung aufgebaut sein kann, zeigt unser Beitrag zur Rückgaberichtlinie im E-Commerce.

3. Bestellbutton nach § 312j BGB (Button-Lösung)

Der Button, mit dem die Bestellung verbindlich abgeschickt wird, muss unmissverständlich auf die Zahlungspflicht hinweisen. Empfohlen wird die Formulierung „zahlungspflichtig bestellen“ oder eine entsprechend eindeutige Formulierung.

  • In Shopify: Texte im Checkout ändern Sie unter Einstellungen > Checkout im Bereich Checkout-Sprache über Checkout-Inhalte bearbeiten. Prüfen Sie danach den Checkout mit verschiedenen Zahlungsarten, denn Express-Buttons von Zahlungsanbietern tragen ihre eigene Beschriftung.
  • Nicht verwechseln: „Jetzt kaufen“ auf der Produktseite oder „Zur Kasse“ im Warenkorb lösen noch keine Bestellung aus. Entscheidend ist der letzte Button im Checkout.

4. Rechtstexte vor der Bestellung sichtbar machen

Laut Shopify-Hilfe können Sie für Deutschland einen Bestätigungsschritt aktivieren, auf dem die Richtlinien verlinkt sind: Unter Einstellungen > Checkout im Bereich zur Bestellabwicklung die Option für einen erforderlichen Bestätigungsschritt aktivieren, anschließend im Theme über Standard-Theme-Inhalte bearbeiten den Text für den Hinweis auf der Prüfseite anpassen. Dort lassen sich Links zu AGB, Widerruf, Versand und Kontaktinformationen einfügen.

5. Widerrufsbutton nach § 356a BGB

Seit dem 19. Juni 2026 brauchen Shops mit Endkundschaft eine elektronische Widerrufsfunktion mit der Beschriftung „Vertrag widerrufen“, einem zweistufigen Ablauf und einer automatischen Eingangsbestätigung. Shopify bietet dafür keine eingebaute Funktion. Wie Sie das umsetzen, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag Widerrufsbutton in Shopify einbinden.

6. Preisangaben

  • Bruttopreise: Gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern sind Gesamtpreise inklusive Umsatzsteuer anzugeben. In Shopify prüfen Sie unter Einstellungen > Steuern und Zollgebühren, dass die Steuer in Produktpreis und Versandkosten enthalten ist.
  • Hinweis auf Steuer und Versand: Ein Zusatz wie „inkl. MwSt., zzgl. Versand“ mit Link zu den Versandkosten ist üblich. Den Text passen Sie über Standard-Theme-Inhalte bearbeiten an. Sind Sie Kleinunternehmer, gilt ein anderer Hinweis; mehr dazu in unserem Beitrag zu Kleinunternehmerregelung und OSS in Shopify.
  • Grundpreis: Bei Waren, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden, ist der Preis pro Mengeneinheit anzugeben. Shopify bietet dafür ein Feld für den Grundpreis an der Produktvariante; Ihr Theme muss ihn anzeigen.
  • Preisermäßigungen: Bei der Werbung mit einer Preisermäßigung ist laut Shopify-Hilfe der niedrigste Preis der letzten 30 Tage anzugeben. Prüfen Sie, wie Ihr Theme den durchgestrichenen „Vergleichspreis“ einsetzt.

7. Cookies und Einwilligung

Für nicht notwendige Cookies und Tracking braucht es eine Einwilligung. Shopify bietet unter Einstellungen > Datenschutz der Kundschaft ein eigenes Cookie-Banner; alternativ nutzen viele Händler eine Consent-App. Wichtig: Die Einstellungen von Pixeln und Apps müssen zum Banner passen, und die Einwilligung sollte sich später wieder ändern lassen. Nutzen Sie Google-Dienste, achten Sie außerdem auf die korrekte Übergabe der Einwilligung (Consent Mode).

8. Versand und Lieferzeiten

Lieferzeiten und Versandkosten sollten vor der Bestellung klar erkennbar sein und zu Ihren AGB passen. Wie Sie DHL in Shopify anbinden und Etiketten erstellen, erklärt unser Beitrag DHL-Versand mit Shopify.

9. Weitere Pflichten je nach Sortiment

  • Verpackungsgesetz: Wer verpackte Ware an private Endverbraucher in Deutschland verschickt, muss sich in der Regel vorher im Verpackungsregister LUCID registrieren und an einem dualen System teilnehmen.
  • Elektro- und Batteriegesetz: Für Elektrogeräte und Batterien gelten eigene Registrierungs- und Hinweispflichten.
  • Produktsicherheit und Kennzeichnung: Je nach Produkt, etwa bei Kosmetik, Lebensmitteln oder Spielzeug, kommen weitere Angaben hinzu.

Kurz-Checkliste

  • Impressum nach § 5 DDG unter Einstellungen > Richtlinien und im Footer
  • AGB, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung und Versandbedingungen von einem Rechtstext-Anbieter
  • Letzter Checkout-Button eindeutig beschriftet, etwa „zahlungspflichtig bestellen“
  • Rechtstexte vor der Bestellung verlinkt
  • Widerrufsbutton „Vertrag widerrufen“ mit Eingangsbestätigung
  • Bruttopreise, Hinweis auf MwSt. und Versand, Grundpreise, korrekte Streichpreise
  • Cookie-Einwilligung, die zu Pixeln und Apps passt
  • LUCID-Registrierung und produktbezogene Pflichten

Richten Sie einen neuen Shop für den deutschen Markt ein, übernehmen wir die technische Umsetzung im Rahmen der Shopify-Shop-Erstellung, gemeinsam mit den Rechtstexten Ihres Anbieters.

Quellen

Häufige Fragen

Auf welcher Grundlage steht das Impressum heute?

Seit dem 14. Mai 2024 auf § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG). Das Telemediengesetz (TMG) ist außer Kraft getreten; Verweise wie „Angaben gemäß § 5 TMG“ sind veraltet und sollten angepasst werden.

Wo hinterlege ich Impressum und Rechtstexte in Shopify?

Unter Einstellungen > Richtlinien. Dort gibt es Felder für Rückerstattung, Datenschutz, AGB, Versand und Kontaktinformationen (Impressum). Gespeicherte Richtlinien verlinkt Shopify automatisch im Footer des Checkouts; im Onlineshop verlinken Sie sie zusätzlich über das Footer-Menü.

Wie ändere ich die Beschriftung des Bestellbuttons?

Texte im Checkout bearbeiten Sie unter Einstellungen > Checkout im Bereich Checkout-Sprache über Checkout-Inhalte bearbeiten. Rechtlich empfohlen wird für den letzten Button eine eindeutige Formulierung wie „zahlungspflichtig bestellen“.

Reichen die Richtlinien-Vorlagen von Shopify für Deutschland?

In der Regel nicht. Shopify weist selbst darauf hin, dass seine Hinweise keine Rechtsberatung sind. Für deutsche Shops sind Rechtstexte von einer Kanzlei oder einem spezialisierten Anbieter mit Aktualisierungsservice üblich.

Uğur Keskin

Autor

Uğur KeskinGründer @Shopiuzman

Gründer von Shopiuzman. Er baut, migriert und entwickelt Shopify-Shops für Marken in der Türkei, in Europa und in den USA weiter und leitet die Entwicklung unserer Apps im Shopify App Store.

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